Mit der Gründung des Männergesangvereins Liederkranz 1884 und des Männergesangvereins Eintracht 1898 wurden die Wurzeln des heutigen Sängerbundes gelegt. Die Protokollbücher beider Vereine erzählen von außergewöhnlich erfolgreichen Sängerjahren. 1933 schlossen sich beide Vereine schließlich unter dem Namen Sängerbund zusammen. Mit weit über 100 Sängern zählte der Sängerbund seinerzeit mit zu den größten Vereinen des Sängerkreises. Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg fand sich rasch wieder eine stattliche Zahl von Sängern zusammen, die nach der dunkelsten Epoche deutscher Geschichte in eine rosige Zukunft in Freiheit blicken konnten. Die neu gewonnene Lebensfreude spiegelte sich besonders an der Freude zum Gesang wider. Auffällig viele junge Männer traten aktiv in den Sängerbund ein, um sich mit Inbrunst dem Chorgesang zu widmen. Von diesen sangesbegeisterten Jugendlichen stehen heute immer noch einige Sänger in unseren Reihen.

 

 

Im Jahr 1956 kam mit dem jungen Vereinsvorstand Hans Fischer und dem jungen Chorleiter Josef Weiland frischer Schwung in das Liedgut, das sich insbesondere in anspruchsvollen Chorkonzerten und modernem Liedgut widerspiegelte. Legendär waren die Veranstaltungen in der alten Dreschhalle, die durch ihren Flair in den 50iger Jahren bis Anfang der 70iger Jahre, für eine besonders volkstümliche Stimmung sorgte. Nach dem Ausscheiden des Chorleiters Weiland im Jahre 1968 und des danach ständigen Wechsels in der musikalischen Leitung stagnierte die chorische Weiterentwicklung. Mit der Verpflichtung des Kreischorleiters und Bezirkskantors des ev. Dekanats Bretten, Ernst Daubenberger, kehrte wieder Kontinuität sowohl in die musikalische Leitung als auch in der chorischen Weiterentwicklung ein. Im Hinblick auf das anstehende hundertjährige Vereinsjubiläum wurde eine längst überfällige Vereinssatzung ausgearbeitet. Diese fand bei den Behörden ihre Zustimmung und der Sängerbund wird seitdem beim Amtsgericht als eingetragener Verein geführt. Das 100 jährige Vereinsjubiläum fand 1984 statt und war der Höhepunkt unserer neuzeitlichen Vereinsgeschichte. Mit der Aushändigung der Zelter-Plakette beim Festbankett wurden die kulturellen Verdienste unseres Vereins gewürdigt. Die Zelter-Plakette ist die höchste deutsche Auszeichnung für Amateurchöre. Der Bundespräsident verleiht diese Auszeichnung an Chöre, die seit mindestens 100 Jahre ununterbrochen musikalisch wirken. Als einen weiteren Höhepunkt unserer Vereinsgeschichte darf die Uraufführung der Kantate „Wer voll Vertrauen die Welt besieht“ in der Ravensburghalle genannt werden. Diese war von dem bekannten Komponisten Theo Fischer eigens für Chorleiter Ernst Daubenberger zu dessen 60. Geburtstag komponiert worden. In Anwesenheit des Komponisten konnten wir die Uraufführung durch einen beeindruckenden Vortrag zu Gehör bringen und dessen höchstes Lob entgegennehmen. Unter der Ära Daubenberger führten wir zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen zusammen mit dem befreundeten Männerchor Einigkeit Flehingen durch. Nach dem Rücktritt von Ernst Daubenberger konnte in der musikalischen Leitung zunächst keine Konstanz mehr erreicht werden. Nach der Ära Daubenberger verpflichteten wir den Musikstudenten Leonid Golubev als Chorleiter. Nach einem kurzen Gastspiel kehrte er in seine russische Heimat zurück. Wieder einmal war die Chorleiterstelle vakant. Es war ein großes Glück, als sich Kreischorleiter Klaus Völker bereiterklärte, bis zur Findung eines Chorleiters die musikalische Leitung zu übernehmen. In der Zeit seines Wirkens von September 2001 bis Januar 2003 konnten wir eine enorme chorische Weiterentwicklung verzeichnen. Mit hoher Akribie und einem außergewöhnlichen Engagement forderte Herr Völker den Chor zur Spitzenleistung heraus. Mit dem Ergebnis, dass wir beim Kraichgausängertag am 09.06.2002 für die Chorsätze „Liebe und Wein“ und „La Morettina“ mit der Traumnote „hervorragend“ bewertet wurden. Am 11.03.2003 wurde Siegfried Isken als neuer Chorleiter verpflichtet. Siegfried Isken führte uns mit Stücken ua. von Reinhard May und Udo Jürgens zur modernen Chormusik hin. Unter seiner musikalischen Stabsführung feierte der Sängerbund vom 06.11. bis 07.11.2004 sein 120 jähriges Vereinsjubiläum verbunden mit einem zweistündigen Konzert am 06.11.2004 in der Ravensburghalle. Der Sonntagnachmittag stand ganz im Zeichen eines Freundschaftssingens mit befreundeten Chören aus nah und fern. Das Jubiläumsfest fand seinen Abschluss mit einem Heimatabend, der von einigen Ortsvereinen gestaltet wurde.

 

Mit pfiffigen und originellen Auftritten konnten die Mitwirkenden das zahlreiche Publikum begeistern. Am 30.08.2005 wurde das Engagement mit Siegfried Isken einvernehmlich beendet. Bis zur Neubesetzung der Chorleiterstelle leitete unser Sängerkamerad Walter Kern die Chorproben. Im Januar 2006 übernahm die Musikpädagogin Frau Layher bis 27.02.2014 die musikalische Leitung unseres Chores. Unter ihrer musikalischen Leitung ist besonders zu erwähnen, dass wir mit der chorischen Einstudierung der „Phantastischen Abenteuern des Don Quijote“, die sich in verschiedenen epochalen Geschichten des Don Quijote gliedern, einen musikalischen Glanzpunkt setzten. Im Mai 2014 übernahm Monika Morgenstern das musikalische Zepter in unserem Verein. Bereits am 22.11.2014 konnte sie mit der Gestaltung und Durchführung eines Liederabends anlässlich unseres 130 jährigen Vereinsbestehens ihr Können unter Beweis stellen. Mit Sorgfalt und Engagement übt sie das Amt der Chorleiterin aus. Mit der Gründung eines Frauenchores unter dem Dach des „Sängerbundes“ im Jahr 2006 wollten wir die Chorvielfalt des Sängerkreises nachhaltig unterstützen und auch aufzeigen, dass das Singen nicht nur eine Domäne der Männer ist und den überfälligen Weg gehen, auch sangesfreudigen Frauen die Gelegenheit zum aktiven Singen zu geben. Dass unsere Sängerfrauen sich genauso wie die Sänger engagiert im Vereinsleben beteiligen, ist bekannt und muss nicht ausdrücklich erwähnt werden. Bereits in der Generalversammlung am 07.01.1996 wurde von der Versammlung einstimmig der Beschluss gefasst, dass auch Frauen Mitglieder des Sängerbundes Sulzfeld werden können. Der Beschluss wurde in der Vereinssatzung verankert. Dies war ein längst überfälliger Schritt für eine gleichberechtigte Mitgliedschaft von Frauen im Sängerbund.

 

Der Sängerbund hat in seiner Geschichte unzählige, sowohl konzertante Veranstaltungen als auch sonstige Gesangsabende durchgeführt. Wir haben gerne die Veranstaltungen der örtlichen Vereine durch Auftritte bereichert.

 

Mit „Singen beim Wein“, der „Kerweveranstaltung“ auf dem Rentamthof und der „1. Mai Veranstaltung“ beim Jägerfritz Steinbruch veranstalten wir alljährlich gut und gerne besuchte Festlichkeiten. Der Sängerbund wird auch weiterhin seinem kulturellen Auftrag nachkommen und am öffentlichen Vereinsleben aktiv teilnehmen.

 

Um aber weiterhin als Gesangverein „Sängerbund“ bestehen zu können, benötigen wir dringend neue Sängerinnen und Sänger. Wir freuen uns auf jeden –egal welchen Alters- der aktiv in unserer tollen Truppe mitwirken möchte.